Die Märchen der Macht
Die Märchen der Macht ist eine satirisch-ironische Feuilleton-Reihe über Politiker, Prominente und öffentliche Figuren, die in die Rollen bekannter Märchen-, Sagen- und Literaturgestalten gedrängt werden – nicht als bloßes Kostümspiel, sondern als bissige Form politischer und gesellschaftlicher Deutung.
Hier werden Machtfiguren nicht einfach verkleidet. Sie werden entlarvt. Aus dem politischen Alltag wird ein Märchen für Erwachsene, aus der Gegenwart ein Spiegelkabinett aus Eitelkeit, Größenwahn, Inszenierung, Moral, Kontrolllust und abgehobener Sprache. Die alten Geschichten helfen dabei, neue Wirklichkeiten schärfer zu sehen. Denn oft erklärt ein Märchen die Politik genauer als jede Pressekonferenz.
So wird Friedrich Merz zum fliegenden Baron Münchhausen, der auf der Kanonenkugel der Versprechen über das schimpfende Volk hinwegzieht. Ursula von der Leyen erscheint als Frau Holle, die keine Schneeflocken, sondern Richtlinien, Förderbescheide und moralisch glänzende Verordnungen auf Europa herabschüttelt. Elon Musk wird zu Hans im Glück, der seine Imperien, Ideen und Illusionen im Tauschrausch der Moderne umherschiebt. Donald Trump steht als Trojanisches Pferd vor den Toren der Vernunft. Karl Lauterbach marschiert als tapferes Schneiderlein durch die Republik, während Robert Habeck als Zauberlehrling mit Kräften ringt, die er selbst gerufen hat.
Auch Annalena Baerbock als Alice im Wunderland, Olaf Scholz als Dornröschen, Wladimir Putin als alter Zar Koschtschei und Xi Jinping als Kaiser mit dem unsichtbaren Gewand fügen sich in diese Reihe ein. Jede Figur steht für einen bestimmten politischen Stil, eine öffentliche Pose, ein Machtmuster oder einen Wirklichkeitsverlust, der sich im Gewand des Märchens oft klarer erkennen lässt als im Vokabular offizieller Verlautbarungen.
Die Texte dieser Rubrik sind keine albernen Sketche und keine flachen Beschimpfungen. Sie sind satirische Feuilletons mit Haltung: bildstark, spöttisch, scharf, aber nie ohne Gedanken. Sie verbinden Märchenmotiv, politisches Symbol und gesellschaftliche Beobachtung. Was lächerlich wirkt, hat meist einen ernsten Kern. Was überzeichnet ist, verweist oft präziser auf den Zustand der Gegenwart als jede nüchterne Analyse.
Die Märchen der Macht richtet sich an Leser, die in Politik nicht nur Programme, Parteien und Personalien sehen, sondern auch Rituale, Mythen, Selbstinszenierungen und sprachliche Masken. Diese Reihe schaut dorthin, wo das Machtbewusstsein ins Groteske kippt, wo Moral zum Theater wird, wo große Worte über kleine Leute hinwegsegeln und wo Herrschaft sich am liebsten als gute Absicht tarnt.
Wer politische Satire mit literarischem Blick, feuilletonistischer Schärfe und klarer Symbolik schätzt, findet hier eine fortlaufende Sammlung moderner Machtmärchen – düster, ironisch, kenntnisreich und mit dem festen Willen, das Theater der Gegenwart beim Namen zu nennen.
Willkommen bei den Märchen der Macht.







