Von Alfred-Walter von Staufen
Wenn Vaterland zur Zumutung wird
Deutschland wird bei den Grünen nicht einfach kritisiert, wie man ein Land kritisiert, das man „verbessern“ will; es wird in Teilen der grünen Sprache behandelt wie ein peinlicher Verwandter auf einer Familienfeier, den man am liebsten in die Küche schiebt, damit die Gäste nichts merken, und genau dort beginnt das Problem, weil zwischen politischer Kritik und kultureller Verachtung ein Unterschied liegt, den man nicht mit einem freundlichen Parteitagslächeln wegmoderieren kann. Robert Habeck schrieb den vielzitierten Satz: „Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht“, und auch wenn CORRECTIV zu Recht darauf hinweist, dass dieser Satz aus einem Buch stammt, in dem Habeck danach über linken Patriotismus nachdenkt, bleibt der Einstieg ein Satz, der wie ein nasser Lappen auf dem Esstisch der Republik liegt und den Millionen Bürger, die ihr Land nicht anbeten, aber doch achten, als Ohrfeige verstehen durften (1).
Man muss keinem Politiker unterstellen, er wache morgens auf und hasse Deutschland wie ein Schurke aus einem schlechten Theaterstück; Gefühle sind nicht beweisbar, Worte schon und Worte haben ein Gewicht, besonders dann, wenn sie aus Milieus kommen, die sich selbst gern als moralische Endkontrolle der Republik verstehen. Joschka Fischer schrieb 1982 im „Pflasterstrand“ den Satz: „Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen“, und CORRECTIV bestätigt nicht nur die Echtheit, sondern ordnet ihn in Fischers Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und NS-Verbrechen ein; trotzdem bleibt der Satz ein Beispiel für jene politische Sprache, in der das Deutsche nicht als Verantwortung, Erinnerung, Kultur und Gemeinsinn erscheint, sondern als gefährlicher Reflex, als Krankheit, als etwas, das man im Zweifel niederknüppeln muss, ehe es wieder aufsteht (2).
Diese Linie ist nicht identisch, nicht durchgehend, nicht bei jedem Grünen gleich, aber sie taucht wieder auf wie ein alter Wasserfleck unter frischer Farbe. Katrin Göring-Eckardt sagte 2015: „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf“, ein Satz, der im Kontext der Flüchtlingspolitik fiel und von CORRECTIV als echtes Zitat eingeordnet wurde; man kann ihn als Optimismus lesen, man kann ihn als Einladung lesen, man kann ihn aber auch als das lesen, was viele Bürger damals hörten: Wer an diesem Land hängt, soll sich nicht so anstellen, der Umbau läuft, und Freude hat vor allem der, der nicht gefragt wird, ob er mit dem Bauplan einverstanden ist (3).
Der neuere Ton ist noch roher geworden. Luis Bobga, Bundessprecher der Grünen Jugend, schrieb nach dem deutschen WM-Aus 2026 laut WELT: „So und jetzt hängt eure scheiß Deutschland-Flaggen wieder ab“, nachdem er Fußballfrust, Deutschlandfahnen und Gewalt gegen Frauen miteinander verknüpft hatte; das ist nicht mehr der akademische Ekel am Vaterland, das ist der Jugendslang eines Milieus, das Nationalfarben offenbar eher als Warnschild denn als Symbol gemeinsamer Zugehörigkeit betrachtet (4).
Wer diese Sätze nebeneinanderlegt, darf die Frage stellen, ob hier nur einzelne Entgleisungen liegen oder ein kulturelles Muster sichtbar wird: Deutschland als Verdachtsfall, Vaterlandsliebe als Brechreiz, deutsche Helden als tollwütige Hunde, Deutschlandfahnen als Schamzeichen. Das ist der Punkt, an dem eine demokratische Debatte scharf werden muss, weil ein Land nicht dauerhaft von Menschen regiert, erzogen oder moralisch beaufsichtigt werden kann, die mit seinem Namen fremdeln, mit seinen Symbolen hadern und seinen Bürgern das Gefühl geben, ihre normale, unaufgeregte Bindung an Heimat, Geschichte, Sprache, Landschaft, Vereine, Arbeit, Nachbarschaft und Familie sei schon der erste Schritt ins politische Verbrechen.
Braune Schatten im grünen Gründungslicht
Die Grünen wurden nicht schlicht „von Nazis gegründet“, als sei 1980 in Karlsruhe eine Parteiversammlung ehemaliger Uniformträger zusammengekommen und habe unter Sonnenblumenfahnen das alte Reich neu gestrichen; so plump darf man Geschichte nicht machen, auch wenn die politische Gegenwart geradezu danach schreit, ihr den Spiegel ohne Puder vor das Gesicht zu halten. Aber wer heute mit erhobenem Zeigefinger jeden Andersdenkenden in die Nähe finsterer deutscher Vergangenheit rückt, muss sich gefallen lassen, dass man in den eigenen Keller hinabsteigt und dort nicht nur alte Plakate, Wollpullover und Friedensbewegungsromantik findet, sondern auch Namen wie Werner Vogel, Baldur Springmann und August Haußleiter, also Männer, deren Biografien zeigen, dass der frühe grüne Kosmos nicht nur aus linken Spontis, Anti-AKW-Aktivisten, Bürgerinitiativen, Alternativen, Pazifisten und idealistischen Naturfreunden bestand, sondern auch aus nationalkonservativen, rechtsökologischen und teils schwer belasteten Strömungen, die später gern aus dem Familienalbum herausgeschnitten wurden. Die offizielle grüne Geschichtserzählung beginnt freundlich bei Erfolgen, Niederlagen, Personen und Programmen seit dem Ende der siebziger Jahre, sie erzählt vom Aufbruch, von Bewegung und parlamentarischem Eintritt, aber sie erzählt naturgemäß nicht mit derselben Wucht von jenen braunen Splittern, die in der frühen Ökologiebewegung herumlagen wie Scherben unter einem frisch gewischten Küchenboden (5).
Werner Vogel ist dafür ein Name, den man sich merken sollte, weil an ihm der Unterschied zwischen moralischer Selbsterzählung und historischer Wirklichkeit unangenehm deutlich wird. Er war 1983 Spitzenkandidat der grünen Landesliste in Nordrhein-Westfalen, designierter Alterspräsident des Deutschen Bundestages und verzichtete nach Bekanntwerden seiner früheren Mitgliedschaft in SA und NSDAP auf sein Mandat; die Grünen waren damals gerade dabei, in Bonn anzukommen, und plötzlich stand im Türrahmen der neuen Zeit ein Mann, dessen alte Zeit nicht aus Flugblättern gegen Atomkraft bestand, sondern aus einer Biografie, die viel tiefer in das nationalsozialistische Deutschland hineinreichte, als es zur späteren Selbstbeschreibung der Partei passte (6). Das ist kein Randdetail für Fußnotenliebhaber, sondern ein politischer Befund: Ausgerechnet eine Partei, die sich bis heute gern als Reinigungsanstalt der Republik versteht, hatte in ihrer frühen parlamentarischen Stunde ein Personalproblem, das man bei politischen Gegnern vermutlich mit großem Chor, Kerzenmeer und Sonderparteitag bearbeitet hätte.
Baldur Springmann war noch so ein Mann aus jener merkwürdigen Zwischenwelt, in der Natur, Heimat, Boden, Landwirtschaft, Anti-Atom-Protest und rechte Weltbilder nicht sauber voneinander getrennt waren. Springmann war laut Darstellung zu seiner Biografie von November 1933 bis März 1934 Mitglied der SA, später SS-Bewerber, engagierte sich nach 1945 in ökologischer Landwirtschaft, Anti-AKW- und Umweltschutzgruppen, gehörte 1978 zu den Mitbegründern der Grünen Liste Schleswig-Holstein und beteiligte sich 1980 an der Parteigründung der Grünen, bevor er die Partei schon bald wieder verließ, weil sich linke Kräfte durchsetzten (7). Die parteinahe Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg beschreibt im Kontext rechter Ökologie, dass Haußleiter, Renate Haußleiter-Malluche und andere AUD-Persönlichkeiten wesentlichen Anteil an der Gründung der Grünen hatten, die AUD 1980 weitgehend in die Grünen überführt wurde und Haußleiter sowie seine Frau wegen ihrer Vergangenheit bald in die Kritik gerieten und Einfluss sowie Posten verloren (8).
August Haußleiter, dieser alte politische Wanderer aus den Nachkriegsrändern, wurde 1980 einer der gleichberechtigten Sprecher der neuen Partei, und genau diese Tatsache zerstört die spätere Heiligenbildästhetik, in der die Grünen so gern erscheinen: als seien sie aus reiner Zukunft, reinem Gewissen und reinem Kompost gewachsen. Kontext Wochenzeitung spricht in einem Rückblick ausdrücklich von „braunen Splittern“ der grünen Anfänge und nennt Haußleiter, Springmann und andere frühere NSDAP-Mitglieder im Umfeld der Gründungsphase; auch wenn man diese Darstellung politisch einordnen und historisch differenzieren muss, bleibt der Kern stehen: Die grüne Gründungsgeschichte war nicht nur bunt, basisdemokratisch und alternativ, sie war auch ein Sammelbecken, in dem sich sehr unterschiedliche deutsche Nachkriegsmilieus drängten, darunter solche, bei denen die braune Vergangenheit nicht hinter vorgehaltener Hand erfunden, sondern aktenkundig diskutiert wurde (9).
Und genau deshalb wirkt die heutige moralische Pose so schief. Nicht, weil Kinder für die Schuld der Väter haften sollen. Nicht, weil heutige grüne Mitglieder für Springmann, Vogel oder Haußleiter persönlich verantwortlich wären. Das wäre billig. Der Punkt ist ein anderer: Wer seine eigene Geschichte nicht mit derselben Schonungslosigkeit betrachtet, mit der er das Land betrachtet, wer Deutschland gern als Dauerverdachtsfall behandelt, aber die eigene Bewegung als moralischen Ursprungsmythos verkauft, der sollte mit dem Wort „Haltung“ vorsichtig umgehen. Denn Haltung beginnt nicht beim Fingerzeig auf andere, sondern beim Blick in den eigenen Spiegel, und dort sieht man bei den Grünen eben nicht nur bunte Plakate, Sitzblockaden, Strickpullis und Parlamentseinzug, sondern auch eine verdrängte Wahrheit: Das frühe Grün hatte braune Schatten, und wer das ausspricht, beleidigt nicht die Geschichte, er rettet sie vor der Parteiprospekt-Sprache.
Ein Land ist kein moralischer Steinbruch
Ob grüne Politiker Deutschland hassen, kann niemand beweisen, weil Hass kein Aktenvermerk ist, kein Bundestagsprotokoll, kein Parteitagsbeschluss mit Tagesordnungspunkt und Abstimmung; beweisbar ist aber die Sprache, die aus diesem Milieu immer wieder herausfällt, und diese Sprache klingt auffällig oft so, als sei Deutschland weniger ein Vaterland, weniger eine politische Heimat, weniger eine gewachsene Kulturlandschaft aus Arbeit, Sprache, Erinnerung, Vereinen, Familien, Friedhöfen, Schulen, Betrieben und Landschaften, eher ein Erziehungsfall, ein Problemfall, ein historisch verdächtiger Raum, den man umbauen, umdeuten, umetikettieren und notfalls gegen seine eigene Bevölkerung regieren müsse. Annalena Baerbock sagte 2022 in Prag im Zusammenhang mit der Ukraine-Politik und möglichen Protesten gegen hohe Energiepreise, sie wolle ihr Versprechen gegenüber der Ukraine halten, „egal, was meine deutschen Wähler denken“, was Tagesschau und WELT jeweils im Kontext der damaligen Debatte dokumentierten (10). In diesem Satz steckt nicht automatisch Landesverrat, keine Karikatur mit schwarzem Mantel und fremder Fahne, aber er zeigt jene kalte Regierungslogik, bei der der Bürger zum Störgeräusch wird, sobald er unter der politischen Moralrechnung ächzt.
Wer mit Deutschland nichts anfangen kann, wer Vaterlandsliebe zum Kotzen findet, wer deutsche Helden in der Sprache des tollwütigen Hundes entsorgt, wer sich drastisch über Veränderung freut, wer Deutschlandflaggen nach einem Fußballspiel als „scheiß Flaggen“ vom Balkon reden will, der mag sich selbst noch immer als besonders aufgeklärt empfinden, aber der normale Bürger hört etwas anderes: Er hört Verachtung für das Unkomplizierte, das unscheinbar Deutsche, für den Gartenzwerg und den Schrebergarten, für die Feuerwehrkapelle, den Handwerksbetrieb, die kleine Fahne am Fenster während eines Turniers, die Oma mit Kuchen im Vereinsheim, den Vater, der nach vierzig Arbeitsjahren keine politische Predigt möchte, weil er nur wissen will, ob seine Rente, seine Heizung, seine Krankenkasse und sein Enkel noch eine Zukunft in diesem Land haben. Luis Bobga wurde Anfang Juli 2026 nach dem deutschen WM-Aus mit dem Satz „Und jetzt hängt eure scheiß Flaggen ab“ zitiert; die WELT berichtete, dass er Fußball und Gewalt gegen Frauen miteinander in Verbindung brachte, was selbst dann, wenn man die gesellschaftliche Debatte über häusliche Gewalt ernst nimmt, politisch wie kulturell eine bemerkenswerte Verachtung gegenüber einem simplen nationalen Symbol erkennen lässt (11).
Gerade deshalb braucht diese Debatte Disziplin. Wer mit erfundenen Zitaten arbeitet, macht den Grünen ein Geschenk. Das angebliche Trittin-Zitat über das Verschwinden Deutschlands, das angebliche Claudia-Roth-Zitat zu Köln oder andere wandernde Netzparolen sind laut CORRECTIV falsch oder unbelegt, und wer sie trotzdem nutzt, verlässt den festen Boden und stellt sich freiwillig in den Sumpf, in dem am Ende jede berechtigte Kritik nach Stammtisch riecht (12). Die echten Zitate reichen völlig. Sie zeigen genug. Sie zeigen eine politische Kultur, in der Deutschland selten als Schutzraum seiner Bürger erscheint, häufig als Projektionsfläche für Schuld, Umbau, Belehrung, Transformation und moralische Selbstbefreiung; genau dort beginnt jene Entfremdung, die Millionen Menschen nicht mehr theoretisch erleben, eher morgens an der Tankstelle, mittags beim Blick auf den Lohnzettel, abends beim Gespräch über Strompreise, Mieten, Pflege, Schule, innere Sicherheit, Bürokratie und eine Verwaltung, die immer mehr fordert und immer weniger liefert.

An dieser Stelle gehört der Blick weg vom parteipolitischen Schaukasten und hin zum eigentlichen Kern: Ein Staat, der seine Bürger dauernd erziehen will, verliert irgendwann die Fähigkeit, ihnen zu dienen. Genau hier setzt das neue Reformbuch „VERSORGUNG STATT VERSCHWENDUNG – Der Reformplan für einen Staat, der wieder den Bürgern dient“ von Alfred-Walter von Staufen, Robert R. Manor und Sören Fahr an. Es geht nicht um billige Empörung, nicht um das nächste schrille Parteiplakat, nicht um die bequeme Pose, man müsse nur ein paar falsche Figuren austauschen und alles laufe wieder. Dieses Buch stellt die schlichte, fast altmodische Frage, die im politischen Berlin kaum noch jemand sauber hören will: Was muss ein Staat zuerst leisten, bevor er große Worte über Weltrettung, Transformation, Moral und Haltung verliert?

Versorgung heißt: Krankenhäuser, die funktionieren. Schulen, in denen Kinder lesen, rechnen und denken lernen. Straßen, Brücken, Bahnstrecken, die nicht aussehen wie Restposten aus einem unterfinanzierten Museum. Verwaltungen, die dem Bürger helfen, statt ihn in Formularen zu marinieren. Energie, die bezahlbar bleibt. Sicherheit, die nicht nur auf Pressekonferenzen existiert. Ein Sozialstaat, der Schwache schützt, ohne Leistungsbereite auszuquetschen. „VERSORGUNG STATT VERSCHWENDUNG“ ist damit der Gegenentwurf zu einer Politik, die immer neue moralische Höhenflüge verspricht, während unten der Keller vollläuft. Erst aufräumen. Dann reformieren. Erst den Bürger ernst nehmen. Dann über Programme reden. Wer dieses Land wirklich achten will, beginnt nicht mit Predigten über seine angeblichen Defekte, er beginnt mit der Reparatur seiner vernachlässigten Grundlagen.
Deutschland ist mehr als sein politisches Bodenpersonal
Deutschland braucht keine politische Klasse, die seine Bürger mit sanfter Stimme beschämt und ihnen erklärt, ihre Bindung an Heimat, Sprache, Fahne, Familie, Arbeit und gewachsene Ordnung sei verdächtig, rückständig oder moralisch minderwertig. Deutschland braucht Politiker, die Kritik am Land von Verachtung des Landes unterscheiden können. Kritik ist notwendig. Verachtung vergiftet. Kritik will reparieren. Verachtung will umerziehen. Kritik sieht Missstände und benennt sie. Verachtung blickt auf den Bürger herab und nennt ihn Problem, sobald er nicht mehr schweigt.
Die Grünen haben nicht allein dieses Problem. Aber sie haben es in einer besonderen, fast liturgischen Form kultiviert: als Mischung aus Schuldpädagogik, moralischer Überlegenheit und einer erstaunlichen Blindheit gegenüber der eigenen Geschichte, in der eben nicht nur Lichtgestalten, Bürgerbewegte und Umweltidealisten standen, sondern auch belastete Figuren, rechte Ökologen, alte deutsche Schatten und politische Biografien, die man heute bei jedem Gegner mit Sirenenton durch die Republik tragen würde. Wer Deutschland dauernd prüft, muss sich selbst prüfen lassen. Wer anderen das Gewissen sortiert, sollte im eigenen Archiv nicht nur die schönen Bilder zeigen.
Dieses Land ist nicht perfekt. Kein Land ist das. Aber es ist Heimat für Millionen Menschen, die morgens aufstehen, arbeiten, pflegen, bauen, fahren, helfen, zahlen, hoffen und viel zu oft von oben behandelt werden, als seien sie nur Material für den nächsten großen Umbau. Ein Staat, der seine Bürger verachtet, verliert zuerst ihren Respekt und danach seine Legitimität.
Dass ich in diesem Beitrag mehrfach CORRECTIV als Quelle aufführe, ist kein Gütesiegel für CORRECTIV und schon gar keine politische Absolution für jene Form von Wirklichkeitsbearbeitung, die dort nach meiner Wahrnehmung viel zu oft als Faktencheck verkleidet wird. Ich nutze CORRECTIV hier, weil es für diese konkreten Zitate selbst Belege liefert und damit ausgerechnet jene Quelle die Aussagen bestätigt, die im politischen Meinungskampf sonst gern als unzulässige Zuspitzung abgeräumt würden. Das heißt aber nicht, dass ich die Arbeitsweise, die Auswahl der Themen, die Gewichtung der Begriffe oder die moralische Tonlage dieses Hauses dulde, teile oder gutheiße. Ganz im Gegenteil: CORRECTIV steht für mich exemplarisch für einen Journalismus, der sich gern als neutrale Wahrheitsinstanz ins Schaufenster stellt, während Finanzierung, Förderumfeld und politische Wirkung selbstverständlich kritisch betrachtet werden müssen; CORRECTIV selbst verweist auf private Spenden, Förderer, Stiftungen und projektbezogene öffentliche Mittel für Medienbildung, was jeder Leser kennen sollte, bevor er diese Redaktion für eine vom Himmel gefallene Wahrheitsbehörde hält. Auch rechtliche Auseinandersetzungen um die „Geheimplan“-Recherche zeigen, wie umkämpft einzelne Darstellungen und Begriffe dieses Mediums sind. Wer CORRECTIV zitiert, muss deshalb nicht vor CORRECTIV knien. Man kann eine Quelle verwenden und ihr zugleich misstrauen. Genau das geschieht hier.
Bitte werden oder bleiben Sie gesund, denn das ist das höchste Gut was wir haben.
Herzlichst
Ihr Alfred-Walter von Staufen
Abbildung:
- Alfred-Walter von Staufen
Quellen:
(1) https://correctiv.org/faktencheck/politik/2019/06/14/ja-robert-habeck-hat-sich-kritisch-zu-vaterlandsliebe-geaeussert/
(2) https://correctiv.org/faktencheck/politik/2019/11/29/erneut-falsche-zitate-von-joschka-fischer-im-umlauf/
(3) https://correctiv.org/faktencheck/2019/09/30/offener-brief-an-robert-habeck-enthaelt-zahlreiche-falsche-politikerzitate/
(4) https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a4524d6f9d50e3531988c3f/gruene-jugend-sprecher-und-jetzt-haengt-eure-scheiss-flaggen-ab-bobga-bringt-fussball-mit-gewalt-gegen-frauen-zusammen.html
(5) https://www.gruene.de/unsere-gruene-geschichte
(6) https://fraktionsprotokolle.de/VogelWerner.html
(7) https://de.wikipedia.org/wiki/Baldur_Springmann
(8) https://www.boell-bw.de/de/2021/11/04/oekologie-von-rechts
(9) https://www.kontextwochenzeitung.de/zeitgeschehen/459/gruene-anfaenge-mit-braunen-splittern-6452.html
(10) https://www.tagesschau.de/faktenfinder/baerbock-zitat-101.html; https://www.welt.de/politik/ausland/article240801361/Baerbock-Regierung-steht-an-der-Seite-der-Ukraine-egal-was-meine-deutschen-Waehler-denken.html
(11) https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a4524d6f9d50e3531988c3f/gruene-jugend-sprecher-und-jetzt-haengt-eure-scheiss-flaggen-ab-bobga-bringt-fussball-mit-gewalt-gegen-frauen-zusammen.html
(12) https://correctiv.org/faktencheck/2019/09/30/offener-brief-an-robert-habeck-enthaelt-zahlreiche-falsche-politikerzitate/
















