Von Alfred-Walter von Staufen

Wenn der Mensch nur noch funktioniert

Der Geist zerbricht nicht an einem einzigen Schlag, sondern an der täglichen Gewöhnung an ein Leben, das ihn klein macht, und vielleicht ist genau das die eigentliche Brutalität unserer Zeit: dass der Mensch nicht mehr offen unterworfen wird, sondern freundlich verwaltet, vermessen, verschuldet, bespielt, abgelenkt und am Ende so erschöpft zurückgelassen wird, dass er seine eigene Müdigkeit für Charakter hält. Wer heute morgens aufsteht, greift oft zuerst nach dem Telefon, noch bevor er nach sich selbst greift; er prüft Nachrichten, Kontostand, Termine, Mahnungen, Preise, politische Zumutungen, Kriegsgeräusche, Klimameldungen, Börsenkurven, Krankenkassenbeiträge, Mietforderungen, Stromabschläge und jene kleinen digitalen Stiche, die nicht töten, aber den inneren Menschen täglich ein Stückchen mürber machen. Die Welt nennt das Fortschritt. Der Mensch nennt es irgendwann Normalität. Und genau dort beginnt der Verfall.

Man muss nicht in Pathos flüchten, um zu erkennen, dass eine Gesellschaft, die ihre Bürger permanent in Konkurrenz, Vergleich und Existenzangst hält, nicht einfach nur „dynamisch“ ist, sondern seelisch riskant lebt. Die Weltgesundheitsorganisation benennt Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzunsicherheit, finanzielle Unsicherheit und jüngsten Arbeitsplatzverlust ausdrücklich als Risikofaktoren für Suizidversuche (1). Das ist keine romantische Kapitalismuskritik aus dem Ledersessel, sondern eine nüchterne Feststellung: Angst frisst nicht nur Kaufkraft, sie frisst Konzentration, Würde, Schlaf, Beziehung, Urteilskraft und am Ende auch jene stille Kraft, aus der ein Mensch überhaupt erst schöpferisch werden kann. Wer ständig rechnen muss, ob der Monat länger ist als das Geld, wird selten in Ruhe über Schönheit, Erkenntnis, Verantwortung oder Staatsphilosophie nachdenken; er wird funktionieren, lächeln, liefern, konsumieren, sich betäuben und abends erschöpft vor einem Bildschirm sitzen, der ihm verkauft, was ihn morgens wieder leer macht.

Deutschland ist dabei längst kein Land ohne Not, sondern ein Land, das seine Not nur gut poliert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2024 rund 6,5 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland trotz Arbeit armutsgefährdet, also Menschen, die arbeiten und dennoch unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle leben (2). Noch deutlicher wird es, wenn man auf die gesamte Bevölkerung schaut: 2024 lebten 16,2 Prozent der Menschen in Deutschland unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle (3). Man kann solche Zahlen kühl betrachten, wie man eine Tabelle betrachtet, oder man kann sie übersetzen: Das sind nicht „Fälle“, das sind Küchen, Kinderzimmer, unbezahlte Rechnungen, verschobene Zahnarzttermine, alte Winterjacken, stille Scham an der Supermarktkasse und Eltern, die ihren Kindern erklären müssen, warum man dieses Jahr eben nicht fährt, nicht kauft, nicht mitmacht.

Und nun kommt die digitale Beschleunigung hinzu, diese glänzende Maschine, die den alten Kapitalismus nicht überwunden, sondern verfeinert hat. Früher war der Markt ein Ort, heute ist er eine Atmosphäre; früher ging man in den Laden, heute trägt man den Laden in der Hosentasche, und während der Mensch glaubt, er wähle frei, wird er von Algorithmen sortiert, vorhergesagt, angestupst und in jene kleinen Begierden hineingeschoben, aus denen sich Milliarden bauen lassen. Der Konsument ist nicht mehr nur Käufer, er ist Rohstoff, Datenspender, Aufmerksamkeitstier und Versuchsperson in einem System, das seine Schwächen besser kennt als sein bester Freund. Es verkauft ihm Ablenkung gegen Leere, Status gegen Minderwertigkeit, Geschwindigkeit gegen Sinn und nennt das Ganze dann Benutzererfahrung.

Wer an dieser Stelle nur „Kapitalismus“ ruft, macht es sich zu einfach; wer aber so tut, als sei dieses System bloß eine neutrale Rechenmaschine, macht es sich gefährlich bequem. Das Grundgesetz kennt Eigentum, schützt Eigentum, aber es heiligt es nicht grenzenlos; Artikel 14 sagt ausdrücklich, dass Eigentum verpflichtet und sein Gebrauch zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen soll (4). Genau dieser Satz ist kein sozialistischer Betriebsunfall im Verfassungstext, sondern eine zivilisatorische Erinnerung: Besitz ohne Verantwortung wird Herrschaft, Freiheit ohne Bindung wird Kälte, Wettbewerb ohne Maß wird Raubtierpflege im Anzug.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob der Mensch arbeiten, leisten, besitzen oder unternehmen darf. Natürlich darf er das. Eine freie Gesellschaft braucht Eigentum, Initiative, Erfindergeist, Mut, Risiko und Belohnung. Aber sie braucht ebenso Grenzen, Anstand, soziale Sicherheit, Gemeinsinn und eine politische Ordnung, die nicht vor jedem großen Konto in die Knie geht. Eine Gesellschaft, in der wenige alles gestalten können, während viele nur noch reagieren, ist nicht frei, sie ist elegant abhängig. Eine Gesellschaft, die Millionen Menschen in Unsicherheit hält und ihnen gleichzeitig erzählt, sie müssten nur positiver denken, ist nicht modern, sie ist zynisch. Und eine Gesellschaft, die den inneren Zerfall ihrer Bürger mit Konsum, Unterhaltung und digitalem Dauerrauschen übertönt, sollte sich nicht wundern, wenn irgendwann die Seele kündigt.

Denn der Mensch ist nicht als Konsument geboren. Er ist nicht auf die Welt gekommen, um Rabattcodes zu jagen, Schulden zu bedienen, Daten zu liefern und seine Müdigkeit mit Lieferdiensten zu betäuben. Er ist ein schöpferisches Wesen, ein verantwortliches Wesen, ein Wesen, das sich erst dann aufrichtet, wenn es mehr sein darf als Marktteilnehmer. Genau dort beginnt die eigentliche politische Aufgabe: nicht in der Rückkehr zu gefährlich belasteten Heilsformeln, nicht in autoritären Träumen, nicht in der Verwechslung von Gemeinschaft mit Gleichschaltung, sondern in der Wiederentdeckung eines Staates, der Freiheit schützt, soziale Angst verringert und den Bürger nicht als Kostenstelle, sondern als Träger der Republik behandelt.

 

Die kalte Maschine und der erschöpfte Bürger

Die große Lüge der Gegenwart besteht darin, dass man den Menschen ununterbrochen von Freiheit sprechen hört, während man ihn praktisch in immer engere Bahnen presst: ökonomisch durch Preise, Mieten, Beiträge und Schulden; digital durch Plattformen, Bewertungen, Sichtbarkeitsregeln und permanente Vergleichbarkeit; politisch durch eine Verwaltungssprache, die jedes Problem in Verfahren zerlegt, bis niemand mehr zuständig ist, aber alle betroffen sind. Freiheit, die sich nur der leisten kann, der keine Angst vor der nächsten Rechnung hat, ist keine Freiheit, sondern eine Premiumversion der Unabhängigkeit, verfügbar für jene, die bereits oben stehen. Für alle anderen bleibt die höfliche Aufforderung, resilient zu sein, also bitte würdevoll auszuhalten, was man ihnen vorher als Sachzwang verkauft hat.

Der digitale Kapitalismus hat diese Kälte nicht erfunden, aber er hat sie schneller, feiner und intimer gemacht. Er sitzt nicht mehr nur im Betrieb, in der Bank, im Kaufhaus oder im Lohnzettel, sondern im Schlafzimmer, am Esstisch, im Kinderzimmer, im Kopf. Die Plattformökonomie lebt davon, dass Aufmerksamkeit gebunden, Verhalten gemessen und Vorlieben kommerzialisiert werden; die Europäische Kommission beschreibt große Online-Plattformen im Rahmen des Digital Services Act ausdrücklich als Akteure mit besonderen systemischen Risiken, etwa für Grundrechte, öffentliche Debatten und gesellschaftliche Prozesse (5). Man sollte diesen Satz langsam lesen: systemische Risiken. Nicht ein kleiner Fehler im Spielzeugladen, nicht ein kaputter Schalter am Automaten, sondern Risiken für jene Räume, in denen Bürger überhaupt erst zu Bürgern werden.

Gleichzeitig wird der Mensch in eine moralische Zwickmühle gestellt, aus der er kaum sauber herauskommt. Er soll nachhaltig kaufen, aber billig leben. Er soll gesund essen, aber unter Zeitdruck funktionieren. Er soll vorsorgen, aber hohe Abgaben tragen. Er soll Kinder bekommen, aber bitte ohne die Arbeitswelt zu stören. Er soll tolerant sein, aber jeden Tag im digitalen Schaufenster beweisen, dass er auf der richtigen Seite steht. Er soll demokratisch mitreden, aber die großen Entscheidungen fallen oft dort, wo Lobbyzugänge, Expertengremien, Beratungsverträge und institutionelle Routinen längst eine eigene Schwerkraft entwickelt haben. Da entsteht nicht sofort Diktatur, aber etwas anderes, Leiseres: eine erschöpfte Demokratie, in der Bürger formal gefragt und praktisch überfordert werden.

Und genau an dieser Stelle wird aus ökonomischem Druck ein geistiges Problem. Wer dauerhaft im Mangel oder in der Angst vor Mangel lebt, wird enger. Das ist keine Beleidigung, sondern menschlich. Die Forschung zur Knappheit beschreibt, dass finanzielle Sorgen geistige Bandbreite binden können und Entscheidungen dadurch kurzfristiger, ängstlicher und fehleranfälliger werden (6). So entsteht der Bürger, den man später als unvernünftig beschimpft, nachdem man ihn jahrelang unter Bedingungen gestellt hat, die Vernunft erschweren. Erst nimmt man ihm Ruhe, dann wundert man sich über seine Gereiztheit. Erst macht man ihn abhängig, dann tadelt man seine Wut. Erst presst man ihn in Konkurrenz, dann hält man Sonntagsreden über Zusammenhalt.

Der eigentliche Skandal ist nicht, dass Menschen scheitern. Der Skandal ist, dass dieses Scheitern so oft individualisiert wird. Wer den Anschluss verliert, war angeblich nicht flexibel genug. Wer arm bleibt, hat angeblich falsch geplant. Wer krank wird, hat angeblich nicht achtsam gelebt. Wer wütend wird, ist angeblich populistisch. Natürlich gibt es persönliche Verantwortung, ohne sie verkommt jede Gesellschaft zur Ausredenfabrik. Aber persönliche Verantwortung braucht einen Boden, auf dem sie stehen kann. Ein Mensch ohne Luft kann nicht zum Atmen motiviert werden. Ein Bürger, der jeden Monat gegen steigende Fixkosten anrudert, braucht keine Broschüre über mentale Stärke, sondern ein Gemeinwesen, das den Begriff Würde wieder ernst nimmt.

Dazu gehört eine klare Abgrenzung von alten Irrwegen. Gemeinschaft darf niemals bedeuten, dass der Einzelne verschwindet. Nation darf niemals bedeuten, dass der Mensch nach Herkunft sortiert wird. Soziales Denken darf niemals in autoritäre Versuchung kippen. Wer aus berechtigter Kritik am kalten Markt in die Sprache der Ausgrenzung, der biologischen Abwertung oder der historischen Vergiftung rutscht, ersetzt nicht Krankheit durch Heilung, sondern ein Fieber durch ein anderes. Die Lehre aus dem 20. Jahrhundert ist nicht, dass Gemeinsinn gefährlich sei; gefährlich ist Gemeinsinn ohne Freiheit, Ordnung ohne Recht, Identität ohne Menschlichkeit und Politik ohne unantastbare Würde.

Ein gesunder Staat müsste deshalb etwas anderes leisten: Er müsste Angst reduzieren, ohne den Menschen zu entmündigen; Eigentum schützen, ohne Reichtum zur Ersatzreligion zu machen; Leistung anerkennen, ohne Schwächere zu verachten; Gemeinschaft stärken, ohne Andersdenkende zu Feinden zu erklären. Das wäre weder kalter Markt noch grauer Staatssozialismus, sondern eine Republik der Verantwortung, in der Freiheit nicht als Werbespruch, sondern als Lebensbedingung verstanden wird. Und vielleicht wäre genau das die eigentliche Rebellion gegen die Entropie: nicht Geschrei, nicht Heilslehre, nicht der Traum vom starken Apparat, sondern ein nüchterner, mutiger, dienender Staat, der den Menschen wieder in die Lage versetzt, aufzustehen, zu denken, zu schaffen und sich nicht jeden Morgen selbst zu verlieren.

 

Gemeinsinn oder seelischer Bankrott

Der Staat, der den Bürger nur noch als Steuerzahler, Beitragszahler, Antragsteller, Pflegefall, Wählerstimme, Konsumentenprofil oder statistische Einheit betrachtet, verliert irgendwann jene innere Verbindung zu seinem Volk, ohne die auch die schönste Verfassung nur noch Papier mit Würdebehauptung ist. Ein Gemeinwesen lebt nicht von Parolen, nicht von Parteitagen, nicht von Talkshows, nicht von jenen politisch korrekt gefalteten Sätzen, in denen Verantwortung so lange herumgetragen wird, bis sie niemandem mehr gehört; es lebt von Vertrauen, von Fairness, von einer Ordnung, die den Menschen nicht kleinrechnet, sondern aufrichtet. Wenn aber Millionen Bürger das Gefühl bekommen, dass sie jeden Monat mehr leisten, mehr zahlen, mehr dulden und mehr verstehen sollen, während oben dieselben Gesichter dieselben Fehler mit neuen Begriffen lackieren, dann entsteht nicht einfach Politikverdrossenheit, sondern eine tiefere Erschöpfung, eine Art bürgerliche Müdigkeit vor dem eigenen Land.

Dabei wäre die Antwort nicht schwer zu begreifen, nur schwer durchzusetzen. Ein Land braucht keine neue Ersatzreligion des Marktes, keine kalte Verwaltung von Mangel, keine romantische Flucht in belastete Begriffe und keine autoritäre Sehnsucht nach Ordnung um jeden Preis. Es braucht eine soziale Republik mit Rückgrat, eine Ordnung, in der Eigentum wieder Verantwortung bedeutet, Arbeit wieder Würde trägt, Bildung nicht zum Reparaturbetrieb gesellschaftlicher Verwahrlosung verkommt und Politik nicht ständig so tut, als sei der Bürger ein störendes Kind, das man mit Formularen, Gebühren, moralischen Vorträgen und digitalen Portalen beschäftigen müsse. Die soziale Marktwirtschaft wurde in Deutschland nicht als Einladung zur Geldaristokratie gedacht, sondern als Verbindung von Wettbewerb, sozialem Ausgleich und Ordnungspolitik, also als Versuch, Freiheit und Verantwortung aneinanderzubinden (6).

Moralisch wird eine Gesellschaft nicht dadurch, dass sie ständig Moral ausspricht. Moral zeigt sich daran, ob der Schwache noch Luft bekommt, ob der Leistungswillige noch aufsteigen kann, ob Familien nicht zwischen Arbeit, Pflege, Miete und Erschöpfung zermahlen werden, ob Kinder in Schulen nicht nur verwaltet, sondern gebildet werden, ob alte Menschen nicht als Kostenblock in Pflegeheimen verschwinden und ob ein junger Mensch noch den Eindruck hat, dass sich Anstrengung lohnt. Wo diese Erfahrung stirbt, stirbt mehr als Motivation. Dort stirbt die innere Republik.

Der digitale Kapitalismus verschärft diese Frage, weil er das alte Problem der Ungleichheit mit einer neuen Unsichtbarkeit versieht. Früher sah man Fabriken, Villen, Arbeiterwohnungen, Chefetagen und Kassenbücher; heute sieht man Apps, Plattformen, Abos, Datenströme, Rankings und scheinbar kostenlose Dienste, während die eigentliche Macht in Infrastruktur, Eigentumsrechten, Datenzugängen und algorithmischer Steuerung liegt. Die OECD weist seit Jahren darauf hin, dass digitale Transformation neue Chancen schafft, aber zugleich Ungleichheiten vertiefen kann, wenn Zugang, Kompetenzen und Marktmacht ungleich verteilt sind (7). Wer also heute über Freiheit spricht, darf nicht nur über Meinungsfreiheit sprechen, so wichtig sie ist; er muss auch über die materiellen und digitalen Bedingungen sprechen, unter denen ein Mensch überhaupt noch frei urteilen kann.

Der moralische Schluss ist deshalb einfach, aber unbequem: Ein Land, das seine Bürger dauerhaft in Angst hält, wird keine freie, reife, schöpferische Gesellschaft hervorbringen. Es wird eine Gesellschaft der Gereizten hervorbringen, der Überforderten, der Zyniker, der Angepassten, der innerlich Gekündigten. Und wer dann über Radikalisierung, Wut, Rückzug, Depression, Misstrauen und Verrohung klagt, sollte wenigstens ehrlich genug sein, den Boden mitzusehen, auf dem diese Pflanzen wachsen. Nicht jeder Zorn ist klug. Nicht jede Wut ist gerecht. Aber viele Wunden entstehen nicht im luftleeren Raum.

Wir brauchen keinen kalten Kapitalismus, der den Menschen zur Ware macht. Wir brauchen keinen staatlichen Kollektivismus, der den Menschen zur Funktion macht. Wir brauchen eine Ordnung, die den Bürger wieder als geistiges, soziales, schöpferisches Wesen ernst nimmt; eine Republik, die schützt, ohne zu ersticken, fordert, ohne zu verachten, fördert, ohne abhängig zu machen, und Grenzen setzt, ohne die Freiheit zu verraten. Der Mensch wird nicht ganz, weil ihn ein System erlöst. Aber ein schlechtes System kann ihn zerbrechen. Und ein gutes Gemeinwesen kann ihm wenigstens den Raum geben, wieder aufzustehen.

Die Wut des kleinen Mannes - Vom Stammtisch zur Straße – Eine Abrechnung mit Eliten, Medien und Systemversagen - Autor Alfred-Walter von Staufen
Vom Stammtisch zur Straße – Eine Abrechnung mit Eliten, Medien und Systemversagen

Wer diese Zeilen liest und dabei das leise Ziehen im Magen spürt, diese Mischung aus Zustimmung, Erschöpfung und der Frage, warum so vieles in diesem Land trotz aller Sonntagsreden immer schwerer, teurer, kälter und unübersichtlicher wird, findet in meinem Buch „Die Wut des kleinen Mannes“ eine literarische und politische Fortsetzung dieses Gedankens. Dort geht es nicht um billige Empörung, nicht um Stammtischgebrüll und auch nicht um die bequeme Flucht in einfache Feindbilder, sondern um jene stille, oft belächelte, aber sehr reale Wut der Menschen, die jeden Morgen aufstehen, arbeiten, zahlen, warten, verzichten und sich dabei zunehmend fragen, ob der Staat eigentlich noch für sie da ist oder ob sie nur noch die Kulisse bezahlen, vor der andere Verantwortung spielen. Das Buch ist eine Einladung, diese Wut nicht zu verdrängen, sondern zu verstehen, zu ordnen und in eine neue demokratische Ernsthaftigkeit zu verwandeln.

Bitte werden oder bleiben Sie gesund, denn das ist das höchste Gut was wir haben.

Herzlichst
Ihr Alfred-Walter von Staufen


Abbildung:

  • Alfred-Walter von Staufen

Quellen:

(1)          WHO, Mental health at work, https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-at-work
(2)          Destatis, Working poor, https://www.destatis.de/Europa/EN/Topic/Population-Labour-Social-Issues/Social-issues-living-conditions/working-poor.html
(3)          RKI/GBE, Poverty risk rate, https://www.gbe.rki.de/EN/Topics/ContextualFactors/SocietalContext/SocialAndEconomicContext/PovertyRiskRate/PovertyRiskRate_node.html
(4)          Bundeszentrale für politische Bildung, Eigentum, https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19141/eigentum/
(5)          Europäische Kommission, Digital Services Act, https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/digital-services-act-package
(6)          Mullainathan/Shafir, Scarcity, Princeton University Press, https://press.princeton.edu/books/paperback/9781250056115/scarcity
(6)          Bundeszentrale für politische Bildung, Soziale Marktwirtschaft, https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20528/soziale-marktwirtschaft/
(7)          OECD, Going Digital, https://www.oecd.org/digital/going-digital/

Autor

  • Porträt von Alfred-Walter von Staufen, Autor und Essayist bei Freunde der Erkenntnis

    Alfred-Walter von Staufen, geboren 1969 in der DDR, begann als Wasserwerker und Industriemeister – in einer Welt, in der Systeme funktionieren müssen, nicht diskutiert werden. Nach Jahren in Industrie und Maschinenprogrammierung verlagerte eine schwere Erkrankung seine Arbeit ins Digitale und schließlich ins Analytische.

    Seit 2003 erforscht er politische Narrative, Machtstrukturen und Verwaltungsrealitäten. Seine Essays verbinden handwerklichen Systemblick mit publizistischer Präzision – stets mit der Frage, wie Denken gelenkt wird und wo Systeme sich selbst im Weg stehen.

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