Manche Texte verschwanden nicht – sie gerieten nur außerhalb unseres Blickfeldes. „DIE VERBORGENEN SCHRIFTEN“ folgt den Spuren vergessener Bücher, überlieferter Fragmente und rätselhafter Traditionen, die zwischen Bibel, Geschichte und Mythos liegen. Wir suchen keine fertigen Geheimlehren, sondern jene Stellen, an denen alte Stimmen plötzlich wieder hörbar werden.
Nicht alles, was verloren ging, wurde absichtlich verborgen. Nicht alles, was verborgen blieb, enthält ein Geheimnis. Doch jede wiederentdeckte Schrift erweitert unseren Blick auf eine Vergangenheit, die sehr viel vielstimmiger war, als es ihre späteren Überlieferungen manchmal vermuten lassen.
In „DIE VERBORGENEN SCHRIFTEN“ folgen wir diesen Stimmen weiter – Blatt für Blatt, Fragment für Fragment und immer mit der Frage, was zwischen den Zeilen der Geschichte noch auf seine Wiederentdeckung wartet.
Die Nephilim – Wer waren die Riesen der alten Überlieferung?
Von Alfred-Walter von Staufen
Wer oder was sind die rätselhaften Nephilim aus Genesis und Henoch – Riesen, Helden einer versunkenen Vorzeit, Nachkommen himmlischer Wesen oder das Echo einer viel älteren Erzähltradition?
Es sind gerade einmal wenige Verse. Keine ausführliche Chronik, keine Schlachtbeschreibung, kein Stammbaum, nicht einmal eine Erklärung. Und doch hat Genesis 6 eine der erstaunlichsten Gestalten der gesamten modernen Mystery-Literatur hervorgebracht: die Nephilim.
Man muss sich das einmal vor Augen führen. Heute füllen diese Wesen Bücher, Dokumentationen, Internetforen und ganze Weltbilder. Sie werden zu Riesen gemacht, zu gefallenen Engeln, zu Halbgöttern, genetischen Hybriden und schließlich sogar zu Besuchern aus dem All. Im biblischen Text selbst dagegen treten sie beinahe im Vorübergehen auf. Ein Name. Eine Andeutung. Ein kurzer Blick in eine Welt, deren Regeln wir nicht mehr kennen.
Genesis erzählt, dass sich die Menschen auf der Erde vermehrten. Die sogenannten „Söhne Gottes“ sahen die Töchter der Menschen, nahmen sich Frauen, und unmittelbar in diesem Zusammenhang heißt es, die Nephilim seien damals auf der Erde gewesen „und auch danach“. Aus den Verbindungen gingen Gestalten hervor, die als Helden der Vorzeit und Männer von Ruhm beschrieben werden. Dann schließt sich das Fenster wieder. Wenige Verse später beginnt die Geschichte von der Sintflut. (1)
Vielleicht liegt genau darin der Reiz dieser Passage. Sie erklärt fast nichts – und deutet doch eine Welt an, in der Himmel und Erde offenbar nicht so sauber voneinander getrennt waren, wie spätere Theologien es gern gehabt hätten.
Ein Name, dessen Bedeutung selbst zum Rätsel wurde
Was die Quelle selbst sagt: Das hebräische Wort Nephilim erscheint im masoretischen Text nur an sehr wenigen Stellen: in Genesis 6,4 und erneut in Numeri 13,33. Es handelt sich also keineswegs um eine breit ausgeführte biblische Lehre über eine eigene Wesenklasse. Die Bibel setzt den Ausdruck fast voraus, als müsse der damalige Leser wissen, wovon die Rede ist. (2)
Was die Forschung dazu sagt: Häufig wird der Name mit der hebräischen Wurzel npl – „fallen“ – in Verbindung gebracht. Daraus entstanden Übersetzungen wie „die Gefallenen“. So naheliegend diese Deutung klingt, sprachlich ist die Sache keineswegs abgeschlossen. Schon ältere Lexika warnten davor, die Etymologie zu sicher zu behandeln. Bemerkenswert ist zudem, dass die griechische Septuaginta den Ausdruck nicht einfach lautgetreu übernahm, sondern mit gigantes wiedergab. Damit wurde eine Übersetzungstradition geschaffen, aus der später unsere Vorstellung von den „Riesen“ erwuchs. (3).
Damit beginnt allerdings bereits das erste Problem. Ein gigantes der griechischen Vorstellungswelt war nicht einfach nur ein Mensch mit vier Metern Körpergröße. Der Begriff gehörte in einen mythologischen Bedeutungsraum aus urzeitlichen Mächten, Grenzüberschreitungen und Kämpfen zwischen göttlichen Ordnungen. Das deutsche Wort „Riese“ ist anschaulich, aber womöglich zu körperlich. Es lässt uns sofort an Zentimeter und Knochen denken, wo der ursprüngliche Begriff vielleicht ebenso etwas über Herkunft, Gewalt, Rang oder mythischen Status aussagen wollte.
Was offenbleibt: Waren die Nephilim tatsächlich ungewöhnlich große Menschen? Bedeutete ihr Name „Gefallene“? Oder standen sie für eine ältere Gruppe legendärer Helden, deren Geschichte Genesis nur noch in stark verkürzter Form kannte? Der Text beantwortet keine dieser Fragen eindeutig.
Genesis 6 – ein Riss zwischen Himmel und Erde
Das eigentlich Ungewöhnliche an Genesis 6 sind zunächst gar nicht die Nephilim. Es sind die „Söhne Gottes“. Der hebräische Ausdruck wird an anderen Stellen des Alten Testaments für übermenschliche oder himmlische Wesen verwendet. Im Buch Hiob erscheinen solche „Söhne Gottes“ etwa in einer himmlischen Versammlung. Deshalb hält ein erheblicher Teil der Forschung die Lesart für plausibel, dass Genesis 6 tatsächlich von göttlichen oder himmlischen Wesen spricht und nicht einfach von zwei menschlichen Familienlinien. (4)
Die Passage erzählt somit von einer Grenzüberschreitung. Wesen aus einer anderen Ordnung nehmen sich Menschenfrauen. Ob die Nephilim ausdrücklich als deren Kinder bezeichnet werden, ist grammatisch und erzählerisch weniger eindeutig, als populäre Nacherzählungen häufig behaupten. Der Satz verbindet sie eng miteinander, lässt aber Raum für Diskussionen über das genaue Verhältnis zwischen den Nephilim und den anschließend genannten mächtigen „Helden der Vorzeit“.
Genau diese Unschärfe ist wichtig. Denn aus ihr entstand später eine wesentlich ausführlichere Geschichte.
Das Henochbuch öffnet die Tür weiter
Wer nur Genesis liest, erhält ein Fragment. Wer das Erste Henochbuch liest, bekommt plötzlich Namen, Orte, Motive und Folgen.
Was die Quelle selbst sagt: Im sogenannten Buch der Wächter, dem ersten großen Abschnitt von 1 Henoch, steigen himmlische Wesen zur Erde herab. Sie werden als Wächter bezeichnet. Ihre Geschichte wird mit dem Berg Hermon verbunden. Sie nehmen Menschenfrauen, aus diesen Verbindungen entstehen gewaltige Nachkommen, und gleichzeitig vermitteln die Wächter den Menschen Wissen, das in der Erzählung als gefährlich oder unrechtmäßig erscheint – unter anderem Kenntnisse über Metallbearbeitung, Waffen, magische Praktiken und Himmelsbeobachtung. Die Riesen werden schließlich zu einer zerstörerischen Macht. Die Ordnung der Schöpfung gerät aus den Fugen. (5)
Damit interpretiert Henoch die knappen Verse aus Genesis nicht nur – er baut sie zu einer kosmischen Vorgeschichte des Bösen aus.
Die Wächter überschreiten eine Grenze. Die Menschen erhalten Wissen, für das sie nach dieser Erzählung noch nicht bestimmt waren. Die daraus entstehende Gewalt ist nicht bloß menschliches Versagen, sondern Folge einer Störung der kosmischen Ordnung.
Was die Forschung dazu sagt: Das ist keine mittelalterliche Erfindung. Aramäische Fragmente von Henochschriften wurden unter den Schriftrollen vom Toten Meer gefunden. Die ältesten Textschichten des Buches der Wächter werden von Forschern bis in das 3. Jahrhundert v. Chr. datiert. Damit gehört diese Tradition in das antike Judentum lange vor der Entstehung des späteren kirchlichen Kanons. (6).
Auch das Neue Testament zeigt, dass Henoch-Traditionen damals keineswegs bedeutungslos waren. Der Judasbrief führt eine Prophezeiung Henochs an, die eng mit 1 Henoch verbunden ist. Das bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Henochbuch für alle frühen Christen als kanonische Schrift galt. Es zeigt aber, dass sein geistiger Kosmos bekannt war. (7).
Was offenbleibt: Bewahrt Henoch eine ältere Tradition, die Genesis stark verkürzt hat? Oder erweitert Henoch die rätselhafte Genesis-Passage erst nachträglich zu einer großen Erzählung? Wahrscheinlich lässt sich diese Frage nicht mit einem einzigen Satz beantworten. Überlieferungen wachsen. Texte antworten auf ältere Texte. Und manchmal ist gerade die spätere Deutung ausführlicher als die Quelle, von der sie ausgeht.
Riesen überall – aber nicht überall dieselben Riesen
Nun wird es verführerisch. Griechen kannten Giganten. Mesopotamische Überlieferungen kannten außergewöhnliche Helden und Verbindungen zwischen göttlicher und menschlicher Sphäre. Andere Kulturen erzählten ebenfalls von urzeitlichen Wesen, deren Kraft und Größe das gewöhnliche Menschenmaß überschritt.
Doch Ähnlichkeit ist noch keine Identität.
Die Klassische Philologin Ruth Scodel hat Genesis 6 mit griechischen Erzählungen über Götter und sterbliche Frauen sowie die daraus hervorgehenden Heroengenerationen verglichen. Sie hält griechischen Einfluss auf die Gestaltung der biblischen Passage für diskutierbar. Andere Modelle betonen stärker altorientalische Hintergründe. Entscheidend ist: Die Forschung vergleicht Motive und Überlieferungswege – sie beweist damit keine gemeinsame historische Riesenrasse. (8).
Gerade die Unterschiede sind aufschlussreich. Die griechischen Giganten sind nicht einfach dieselben Wesen wie die Nephilim. Ihre Abstammung und ihre Rolle innerhalb der jeweiligen Mythologie unterscheiden sich. Solche Vergleiche zeigen vielmehr, dass antike Kulturen immer wieder Geschichten über Wesen erzählten, die zwischen den gewöhnlichen Kategorien stehen: göttlich und menschlich, urzeitlich und geschichtlich, bewundert und gefürchtet.
Vielleicht ist nicht die Frage entscheidend, ob alle diese Mythen von derselben Population berichten. Vielleicht ist entscheidender, warum dieselbe Vorstellung so oft entsteht.
Anakiter, Rephaiter und die Riesen nach der Sintflut
Das Rätsel wird komplizierter, weil die Bibel ihre großen Gestalten nicht mit Genesis 6 beendet.
In Numeri 13 berichten die Kundschafter aus Kanaan von den Anakiten und stellen sie mit den Nephilim in Verbindung. Neben ihnen hätten sich die Israeliten wie Heuschrecken gefühlt. Das ist die deutlichste biblische Passage, in der der Begriff Nephilim tatsächlich mit überwältigender Körpergröße verbunden erscheint. Allerdings steht die Aussage innerhalb eines angsterfüllten Kundschafterberichtes, der literarisch gerade die Furcht des Volkes verstärkt. (9).
Das Deuteronomium kennt außerdem Anakiter, Emiter und Rephaiter. Die Emiter werden als zahlreich und hochgewachsen wie die Anakiter beschrieben und den Rephaitern zugerechnet. König Og von Baschan wiederum gilt als einer der letzten Rephaiter. Bemerkenswert ist die Beschreibung seines außergewöhnlich großen Lagers oder Bettes mit neun mal vier Ellen. Ob daraus direkt auf Ogs Körpergröße geschlossen werden darf, ist allerdings eine andere Frage. (10).
Später begegnen wir Goliath und weiteren außergewöhnlich großen Kriegern aus Gath. Selbst hier mahnen die Texte zur Vorsicht: Bei Goliaths Größenangabe existieren unterschiedliche alte Texttraditionen. Die NRSVUE weist ausdrücklich darauf hin, dass Handschriften und griechische Überlieferung vier Ellen und eine Spanne bieten, während der masoretische Text sechs Ellen nennt. (11).
In 2 Samuel 21 treten weitere ungewöhnlich große Kämpfer aus Gath auf, die mit Rapha beziehungsweise einer Riesenüberlieferung verbunden werden. Einer von ihnen besitzt je sechs Finger und Zehen. Das zeigt, dass die Vorstellung außergewöhnlicher Krieger im biblischen Traditionsraum fortlebte, ohne dass deshalb jede dieser Gestalten automatisch mit den Nephilim aus Genesis 6 gleichgesetzt werden darf. (12).
Und die angeblichen Riesenskelette?
Hier verlassen wir die Textgeschichte und betreten jenen Bereich, in dem die Sache regelmäßig aus dem Ruder läuft.
Im Internet kursieren seit Jahren Fotografien angeblich ausgegrabener Menschenskelette von gewaltigen Dimensionen. Einige davon wurden mit Indien, Saudi-Arabien oder geheimen archäologischen Projekten in Verbindung gebracht. Mindestens eines der berühmtesten Bilder lässt sich jedoch eindeutig auf einen digitalen Bildbearbeitungswettbewerb zurückführen. Es zeigte ursprünglich keine reale archäologische Entdeckung. National Geographic dokumentierte die Entstehung dieser Fälschung bereits ausführlich. (13).
Menschen mit außergewöhnlicher Körpergröße hat es selbstverständlich gegeben und gibt es. Medizinischer Gigantismus ist real. Daraus folgt aber keine verschwundene Population zehn oder zwanzig Meter großer Menschen. Ein archäologisch belastbarer Fund, der eine solche Nephilim-Rasse belegen würde, liegt nicht vor.
Das ist keine Nebensache. Denn eine geheimnisvolle Quelle wird nicht interessanter, wenn man ihr schlechte Beweise hinzufügt. Im Gegenteil. Wer die Nephilim ernsthaft untersuchen will, muss gerade dort skeptisch werden, wo das spektakulärste Foto angeboten wird.
Von den Wächtern zu den Astronauten
Die moderne Wirkungsgeschichte der Nephilim ist bemerkenswert. Literatur, Filme, Computerspiele und Mystery-Formate haben aus wenigen biblischen Zeilen eine eigene Mythologie geschaffen. Besonders weit geht die Prä-Astronautik. Sie liest göttliche oder himmlische Wesen antiker Texte nicht als religiöse Gestalten, sondern als technisch überlegene Außerirdische.
Der Religionswissenschaftler Andreas Grünschloß beschreibt die „Ancient Astronaut“-Erzählungen als modernen populären Diskurs über die religiöse Vergangenheit, der besonders durch Erich von Däniken verbreitet wurde. Jonas Richter spricht in seiner Untersuchung von einer interpretatio technologica: Alte religiöse oder mythologische Sprache wird in moderne technische Sprache übersetzt. Götter werden zu Raumfahrern, Himmelswagen zu Fluggeräten und himmlische Abstammung zu genetischer Manipulation. (14).
Das darf man als moderne Deutung untersuchen. Man sollte nur nicht behaupten, Genesis oder Henoch hätten deshalb von Außerirdischen gesprochen. Kein Raumschiff steht in Genesis 6. Kein Planet wird als Heimat der Wächter genannt. Keine biologische Technologie wird beschrieben. Die außerirdische Interpretation entsteht erst, wenn moderne Vorstellungen auf den alten Text gelegt werden.
Das bedeutet nicht, dass wir schon wüssten, was die Verfasser tatsächlich unter himmlischen Wesen verstanden. Es bedeutet lediglich, dass eine offene Frage nicht automatisch jede moderne Antwort bestätigt.
Was bleibt von den Nephilim?
Vielleicht mehr, als ein gefundenes Riesenskelett uns je erzählen könnte.
Die Nephilim stehen an einer Grenze. Zwischen Mythos und Geschichte. Zwischen Mensch und Gott. Zwischen Erinnerung und literarischer Gestaltung. Genesis bewahrt nur eine dunkle Silhouette. Henoch zeichnet daraus eine ganze Welt. Spätere jüdische und christliche Autoren deuten diese Welt weiter. Die griechische Übersetzung gibt ihr mit den gigantes einen neuen Klang. Moderne Mystery-Literatur wiederum macht aus den alten Gestalten Wesen, die ihren ursprünglichen Texten manchmal kaum noch ähneln.
Was die Quellen sicher sagen, ist erstaunlich genug: Das antike Judentum kannte Überlieferungen von himmlischen Wesen, die eine verbotene Grenze überschritten, von außergewöhnlichen Nachkommen und von einer Urzeit, in der Gewalt und göttliche Ordnung miteinander kollidierten.
Was die Forschung zeigen kann, sind sprachliche Zusammenhänge, Textschichten, Übersetzungsgeschichten und Parallelen zu anderen antiken Traditionen.
Was sie nicht liefern kann, ist ein Reisepass der Nephilim.
Und vielleicht sollten wir gerade deshalb die Frage nicht zu schnell schließen.
Denn warum erzählen menschliche Kulturen immer wieder von übergroßen Wesen? Warum stehen sie so häufig am Beginn der Geschichte? Warum erscheinen sie dort, wo Götter und Menschen einander zu nahekommen, wo Grenzen überschritten werden, wo Wissen weitergegeben wird, das eigentlich verborgen bleiben sollte?
Vielleicht erinnern solche Geschichten an außergewöhnliche Menschen. Vielleicht verwandelten sich mächtige Krieger im Gedächtnis späterer Generationen in Riesen. Vielleicht wurden gewaltige Tierknochen einst als Überreste urzeitlicher Menschen gedeutet. Vielleicht erzählen diese Mythen aber auch etwas Grundsätzlicheres über uns selbst.
Der Riese ist größer als der Mensch – aber ihm noch ähnlich genug, um uns zu beunruhigen.
Er steht dort, wo das Menschliche beginnt, seine eigenen Grenzen zu überschreiten.
Und genau dort stehen auch die Nephilim seit mehr als zweitausend Jahren.
Wer bestimmt eigentlich, welche Geschichten Geschichte werden?
Wer sich mit alten Überlieferungen beschäftigt, begegnet irgendwann einer zweiten Frage. Nicht nur: Was geschah? Sondern auch: Wer durfte erzählen, was geschehen sein soll – und weshalb überlebten manche Vorstellungen Jahrtausende, während andere aus Chroniken, Archiven und dem öffentlichen Gedächtnis verschwanden?

Genau an dieser Schnittstelle setzt das Buch „Die Autorität: Die geheime Macht der Blutlinien der Pharaonen“ von Mara-Josephine Lützeler von Roden und Alfred-Walter von Staufen an. Es führt den Leser in jene Welt, in der Abstammung, Herrschaft, religiöse Legitimation und das Wissen um Herkunft seit frühester Zeit miteinander verflochten wurden.
Dabei geht es nicht darum, jede alte Überlieferung zur historischen Tatsache zu erklären. Interessanter ist die Frage, weshalb Blutlinien überhaupt eine derart mächtige Rolle in Herrschaftssystemen spielen konnten – vom sakralen Königtum der alten Welt bis zu späteren Vorstellungen von Dynastie, Erbe und Autorität.
Wer nach den Nephilim weiterfragen möchte, stößt damit zwangsläufig auf ein größeres Thema: die uralte Verbindung von Herkunft und Macht und auf die Frage, weshalb Menschen ihren Herrschern seit Jahrtausenden nicht nur Ämter, sondern besondere Abstammungen zuschreiben.
Mehr verborgene Schriften
Die Nephilim
Die Wächter – Als Engel die Grenze überschritten
Das Buch Henoch
- Alfred-Walter von Staufen (KI generiert)
Quellen:
(1) Bible Gateway/NRSVUE, Genesis 6,1-4, 2021, https://www.biblegateway.com/passage/?search=Genesis+6%3A1-4&version=NRSVUE
(2) Wojciech Kosior, The Fallen (or) Giants? Some Remarks on Nephilim and Gigantes in the Hebrew Bible and the Septuagint, 2014, https://www.ceeol.com/search/article-detail?id=423573
(3) Society of Biblical Literature/Bible Odyssey, Nephilim, 2024, https://www.bibleodyssey.org/articles/nephilim/; Wojciech Kosior, 2014, https://www.ceeol.com/search/article-detail?id=423573
(4) HarperCollins Bible Dictionary/Bible Odyssey, Sons of God, Children of God, 2022, https://www.bibleodyssey.org/dictionary/sons-of-god-children-of-god/
(5) Annette Yoshiko Reed, Fallen Angels and the History of Judaism and Christianity, Cambridge University Press, 2005, https://www.cambridge.org/core/books/fallen-angels-and-the-history-of-judaism-and-christianity/F7D5DF7115EE708ADEF3A728F3E1743E
(6) Annette Yoshiko Reed, Fallen Angels and the History of Judaism and Christianity, Cambridge University Press, 2005; Cambridge University Press, Auszug zu den Qumran-Fragmenten, https://assets.cambridge.org/97805218/53781/excerpt/9780521853781_excerpt.pdf
(7) Bible Gateway/NRSVUE, Judas 14-15, 2021, https://www.biblegateway.com/passage/?search=Jude+14-15&version=NRSVUE
(8) Ruth Scodel, Heroes and Nephilim, Cambridge University Press, 2021, https://www.cambridge.org/core/books/gods-and-mortals-in-early-greek-and-near-eastern-mythology/heroes-and-nephilim/F243DB753E4335A4FD40DC609BA52856
(9) Bible Gateway/NRSVUE, Numeri 13,33, 2021, https://www.biblegateway.com/passage/?search=Numbers+13%3A33&version=NRSVUE
(10) Bible Gateway/NRSVUE, Deuteronomium 2,10-12 und 3,11, 2021, https://www.biblegateway.com/passage/?search=Deuteronomy+2%3A10-12&version=NRSVA%3BNKJV; https://www.biblegateway.com/verse/en/Devarim%203%3A11
(11) Bible Gateway/NRSVUE, 1 Samuel 17,4, 2021, https://www.biblegateway.com/passage/?search=1+Samuel+17%3A4&version=NRSVUE
(12) Bible Gateway/NRSVUE, 2 Samuel 21,15-22, 2021, https://www.biblegateway.com/passage/?search=2Samuel+21%3A15-22&version=NRSVUE
(13) National Geographic, James Owen, Skeleton of Giant Is Internet Photo Hoax, 14. Dezember 2007, https://www.nationalgeographic.com/history/article/skeleton-giant-photo-hoax
(14) Andreas Grünschloß, Ancient Astronaut Narrations, 2007, https://www.researchgate.net/publication/238441957_%27Ancient_Astronaut%27_Narrations_A_Popular_Discourse_on_our_Religious_Past; Jonas Richter, Traces of the Gods, 2012, https://www.researchgate.net/publication/259926267_Traces_of_the_Gods_Ancient_Astronauts_as_a_Vision_of_Our_Future

















