1 BEITRÄGE
Hein Claasen
Autor der Rubrik „Neues aus der Marsch“
Hein Claasen stammt aus Wesselburen in Dithmarschen und gehört zu jener selten gewordenen norddeutschen Spezies, die erst spricht, wenn andere schon drei Sitzungen, zwei Arbeitskreise und ein Leitbild hinter sich haben. Er beobachtet das Leben in der Marsch mit trockenem Blick, wetterfester Geduld und jenem leisen Schmunzeln, das in Norddeutschland bereits als Gefühlsausbruch gilt.
In seiner Rubrik „Neues aus der Marsch“ schreibt Hein Claasen über Dorf, Deich, Leute, Politik, Alltag, Behördenpost, Nachbarschaftsdramen und die großen Fragen, die manchmal mit einem Matschfleck auf zu sauberen Gummistiefeln beginnen. Zwischen Schafen, Amtsbriefen, Kaffeebecher und Küstenwind findet er die kleinen Wahrheiten, die man in Talkshows selten hört, auf alten Höfen aber jeden Dienstagmorgen.
Hein ist kein Lautsprecher, kein Weltverbesserer und schon gar kein Mann für modische Erregung. Er sagt die Dinge lieber so, dass sie erst harmlos klingen und dann zwei Stunden später im Kopf weiterarbeiten. Seine Texte verbinden ländliche Bodenhaftung, norddeutschen Humor und eine feine gesellschaftliche Satire, die nicht brüllt, sondern trocken feststellt.
Wenn Hein Claasen über die Marsch schreibt, geht es nie nur um die Marsch. Es geht um Deutschland im Kleinen: um neue Moral auf altem Boden, um Leute, die alles besser wissen, bis sie das erste Mal im Kuhfladen stehen, und um jene stille Vernunft, die keinen Applaus braucht, weil sie auch bei Gegenwind stehen bleibt.