Anmerkung: Dieser Beitrag richtet sich nicht gegen Donald Trump persönlich und verfolgt kein „Trump-Bashing“. Er versteht sich als nüchterner Versuch, Zusammenhänge offenzulegen – denn Aufklärung bedeutet, Dinge sichtbar zu machen, nicht sie vorschnell in Licht und Schatten zu zerlegen. Der Blick richtet sich daher weniger auf einzelne Personen als auf die Strukturen dahinter: auf ein System, das es überhaupt ermöglicht, dass politische Macht und wirtschaftliche Interessen in einem Ausmaß ineinandergreifen, das vielen Menschen zu Recht fragwürdig erscheint.

Von Alfred-Walter von Staufen

 

Die stille Verwandlung von Macht in Geld

Man muss nicht lange suchen, um festzustellen, dass Macht selten verschwindet, sondern lediglich ihre Form verändert, manchmal sichtbar, manchmal elegant kaschiert hinter Glasfassaden, Holdingstrukturen und jenen diskreten Gesprächsräumen, in denen Entscheidungen fallen, bevor sie überhaupt als Entscheidungen erkennbar werden; und genau an dieser Stelle beginnt das eigentliche Missverständnis rund um Figuren wie Donald Trump, denn während man öffentlich darüber streitet, ob er Teil eines ominösen „tiefen Staates“ sei oder dessen erbitterter Gegner, vollzieht sich im Hintergrund eine deutlich banalere, beinahe langweilige, aber umso wirkungsvollere Bewegung: die konsequente Umwandlung politischer Sichtbarkeit in ökonomischen Wert.

Denn wenn ein Präsident während seiner Amtszeit Einnahmen von über 1,6 Milliarden Dollar aus bestehenden Geschäftsstrukturen meldet (1), dann ist das zunächst keine Verschwörung, sondern ein Geschäftsmodell, das bereits vor der politischen Karriere existierte, sich jedoch durch die Präsidentschaft wie unter einem Brennglas multipliziert, indem jede Schlagzeile, jede diplomatische Begegnung und jede politische Kontroverse zugleich als kostenlose globale Werbekampagne wirkt, deren Wirkung kein Marketingbudget dieser Welt erreichen könnte; und wenn parallel dazu die Trump Organization in vier Jahren rund 2,4 Milliarden Dollar Umsatz generiert (2), dann zeigt sich darin weniger ein geheimer Plan als vielmehr eine alte Wahrheit: Aufmerksamkeit ist die härteste Währung der Gegenwart.

Es ist dabei fast nebensächlich, ob das Vermögen gleichzeitig sinkt, wie es zwischen 2016 und 2021 der Fall war (3), denn Vermögen ist eine Momentaufnahme, während Einfluss eine Dynamik ist, und genau diese Dynamik entscheidet darüber, wer langfristig gewinnt, denn wer es schafft, politische Macht in wirtschaftliche Anschlussfähigkeit zu übersetzen, hat das eigentliche Spiel verstanden, unabhängig davon, ob er von seinen Anhängern als Rebell oder von seinen Gegnern als Systemakteur betrachtet wird.

Der Begriff „tiefer Staat“ wirkt in diesem Zusammenhang fast wie ein rhetorischer Nebel, ein Begriff, der so weit gefasst ist, dass er alles und nichts zugleich beschreibt, und gerade deshalb so attraktiv erscheint, weil er Komplexität reduziert und gleichzeitig den Eindruck erzeugt, man habe die Welt durchschaut, während man in Wahrheit lediglich eine neue Vereinfachung geschaffen hat; und doch bleibt die Frage bestehen, die sich nicht durch Begriffe beantworten lässt, sondern durch Beobachtung: Wer profitiert konkret?

Wenn etwa ein exklusiver Club wie Mar-a-Lago während der Präsidentschaft zusätzliche Einnahmen von über 125 Millionen Dollar generiert (4), dann ist das keine abstrakte Theorie, sondern ein sehr konkreter Effekt, der sich aus der Nähe zur Macht speist, aus der Tatsache, dass Menschen bereit sind, für Zugang zu zahlen, selbst wenn dieser Zugang nur symbolisch ist, weil die bloße Möglichkeit, sich im Umfeld eines Präsidenten zu bewegen, bereits als Wert empfunden wird; und genau hier verschwimmen die Grenzen zwischen Politik und Geschäft, nicht weil jemand sie aktiv verwischt, sondern weil sie in modernen Gesellschaften ohnehin nie klar gezogen waren.

Es ist daher fast ironisch, dass ausgerechnet jene Stimmen, die am lautesten vom „tiefen Staat“ sprechen, häufig übersehen, dass Macht heute weniger in geheimen Hinterzimmern organisiert ist als vielmehr in offenen, sichtbaren Strukturen, in Unternehmen, Netzwerken und Plattformen, die jeder sehen kann, die jedoch so komplex miteinander verflochten sind, dass sie sich der einfachen Erklärung entziehen; und während man noch darüber diskutiert, ob ein Präsident Teil des Systems ist oder gegen es kämpft, hat sich das System längst weiterentwickelt und zeigt sich in einer Form, die weder klassisch politisch noch rein wirtschaftlich ist, sondern eine hybride Struktur darstellt, in der beides untrennbar miteinander verbunden ist.

Denn wenn politische Aufmerksamkeit in wirtschaftlichen Wert übersetzt werden kann, dann entsteht ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt: Macht erzeugt Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit erzeugt Geld, Geld erzeugt Einfluss, und Einfluss wiederum stabilisiert Macht, sodass am Ende weniger entscheidend ist, ob jemand Teil eines „tiefen Staates“ ist, sondern vielmehr, ob er in der Lage ist, diesen Kreislauf für sich zu nutzen; und genau darin liegt vielleicht die eigentliche Pointe der modernen Politik, die weniger von Ideologien geprägt ist als von der Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu kapitalisieren, während die öffentliche Debatte weiterhin in Kategorien denkt, die längst nicht mehr ausreichen, um die Realität zu beschreiben.

Am Ende bleibt ein leiser Gedanke zurück, der sich nicht in Schlagzeilen pressen lässt, aber umso nachhaltiger wirkt: Vielleicht ist der größte Irrtum unserer Zeit nicht die Existenz geheimer Machtstrukturen, sondern die Annahme, dass Macht überhaupt noch verborgen sein müsse, um wirksam zu sein.

Infografik zeigt Einnahmequellen, Geldflüsse und Netzwerke der Trump-Familie seit 2017 mit Fokus auf Immobilien, Politik und internationale Investitionen
Woher die Milliarden kommen – und wohin sie fließen

Der Mythos vom Gegner, der keiner sein darf

Es gehört zu den eigentümlichen Ritualen unserer Gegenwart, dass politische Figuren nicht mehr nur bewertet, sondern in Rollen eingepasst werden, die ihnen entweder die Funktion des Retters oder die des Verräters zuweisen, während die Möglichkeit, dass jemand beides zugleich sein könnte – Teil eines Systems und zugleich dessen Kritiker – kaum noch gedacht wird, weil sie sich der einfachen Erzählung entzieht; und genau hier beginnt die merkwürdige Spannung rund um Donald Trump, der von seinen Anhängern als Gegner eines vermeintlichen „tiefen Staates“ stilisiert wird, während er gleichzeitig alle Merkmale eines global vernetzten Machtakteurs erfüllt, der über Kapital, Kontakte und Reichweite verfügt, wie sie sonst nur jenen zugeschrieben werden, die man eigentlich kritisieren möchte.

Denn wenn Macht sich heute nicht mehr ausschließlich über staatliche Institutionen definiert, sondern über Netzwerke, Kapitalflüsse und mediale Präsenz, dann wird die Frage, wer zum „System“ gehört, plötzlich komplizierter, als es jede Parole zulässt; und wenn man sich etwa ansieht, dass Jared Kushner nach seiner Zeit im Weißen Haus einen Investmentfonds gründet und dafür zwei Milliarden Dollar aus dem saudischen Staatsfonds erhält (5), dann stellt sich weniger die Frage nach der Legalität als vielmehr nach der Struktur, in der solche Entscheidungen möglich werden, denn sie offenbaren eine Nähe zwischen politischer Tätigkeit und wirtschaftlicher Anschlussverwertung, die zwar nicht neu ist, aber in dieser Offenheit selten so sichtbar war.

Dabei ist es fast schon eine Ironie der Geschichte, dass genau jene Verbindung von Politik und Kapital, die bei anderen Akteuren als Beleg für systemische Verflechtungen gilt, im Falle Trumps oft ausgeblendet wird, weil sie nicht in das gewünschte Narrativ passt; und so entsteht ein paradoxes Bild, in dem ein Milliardär mit globalen Geschäftsinteressen gleichzeitig als Außenseiter gilt, während andere, deutlich weniger vermögende Politiker als Teil eines allumfassenden Machtapparates dargestellt werden, obwohl sie weder über vergleichbare Ressourcen noch über ähnliche wirtschaftliche Hebel verfügen.

Es ist diese selektive Wahrnehmung, die den Begriff des „tiefen Staates“ so problematisch macht, weil er weniger zur Analyse beiträgt als zur Bestätigung bereits bestehender Überzeugungen, indem er komplexe Zusammenhänge auf eine moralische Unterscheidung reduziert: hier die Guten, dort die Bösen, hier die Aufklärer, dort die Strippenzieher; doch die Wirklichkeit entzieht sich dieser einfachen Ordnung, weil sie von konkurrierenden Interessen geprägt ist, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen, sondern sich überschneiden, widersprechen und gelegentlich sogar gegenseitig aufheben.

Wenn man etwa betrachtet, wie politische Aufmerksamkeit nach der Amtszeit in wirtschaftliche Projekte überführt wird, etwa durch digitale Produkte, NFTs oder Beteiligungen an Krypto-Projekten, die teils Einnahmen im dreistelligen Millionenbereich generieren (6), dann zeigt sich darin weniger ein geheimer Plan als vielmehr eine konsequente Fortsetzung jener Logik, die bereits während der Präsidentschaft wirksam war: die Umwandlung von Sichtbarkeit in Kapital; und genau diese Logik ist es, die den entscheidenden Unterschied zu klassischen Politikern ausmacht, deren Einnahmen typischerweise erst nach dem Ausscheiden aus dem Amt entstehen, etwa durch Buchverträge oder Vorträge, wie es bei Barack Obama der Fall war, der nach seiner Amtszeit durch Medien- und Buchdeals Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich erzielte (7).

Doch während dieses klassische Modell als legitim und nachvollziehbar gilt, wirkt das Trump-Modell irritierend, weil es die zeitliche Trennung zwischen politischer Macht und wirtschaftlicher Verwertung aufhebt, sodass beides gleichzeitig stattfindet und sich gegenseitig verstärkt, was wiederum die Frage aufwirft, ob das Problem tatsächlich in der Person liegt oder vielmehr in einem System, das solche Verknüpfungen überhaupt ermöglicht; denn wenn es strukturell möglich ist, politische Sichtbarkeit in wirtschaftlichen Gewinn zu überführen, dann wird früher oder später jemand genau das tun, unabhängig davon, wie man ihn politisch bewertet.

In diesem Sinne erscheint der „tiefe Staat“ weniger als eine konkrete Organisation denn als ein Projektionsraum, in dem sich Ängste, Erwartungen und politische Wünsche bündeln, ohne dass dadurch die tatsächlichen Machtverhältnisse klarer würden; und vielleicht liegt gerade darin seine Attraktivität, weil er eine einfache Erklärung für eine komplexe Welt liefert, in der Macht nicht mehr an einem Ort konzentriert ist, sondern sich über zahlreiche Ebenen verteilt, von staatlichen Institutionen über wirtschaftliche Netzwerke bis hin zu digitalen Plattformen, die selbst zu politischen Akteuren geworden sind.

Am Ende bleibt die unbequeme Erkenntnis, dass die Unterscheidung zwischen „System“ und „Anti-System“ zunehmend an Bedeutung verliert, weil beide Seiten auf ähnliche Mechanismen zurückgreifen, um Einfluss zu sichern, sodass die eigentliche Frage nicht mehr lautet, wer Teil des Systems ist, sondern wer es besser zu nutzen versteht – und genau darin liegt vielleicht die eigentliche Verschiebung unserer Zeit, die sich weniger in ideologischen Konflikten zeigt als in der Fähigkeit, Aufmerksamkeit, Kapital und Macht miteinander zu verbinden.

 

Die beruhigende Illusion der einfachen Erklärung

Vielleicht liegt das eigentliche Problem nicht darin, dass Macht existiert, sondern darin, dass wir sie unbedingt in eine Form pressen wollen, die wir verstehen können, weil uns die Vorstellung beruhigt, dass es irgendwo eine klare Struktur gibt, eine Art unsichtbares Zentrum, das die Fäden zieht, während wir selbst lediglich Zuschauer eines großen Spiels sind, dessen Regeln wir zwar nicht kennen, aber zumindest erahnen; und genau hier entfaltet der Begriff des „tiefen Staates“ seine größte Wirkung, weil er die Illusion erzeugt, man habe die Komplexität der Welt auf einen Begriff reduziert, während man in Wahrheit nur eine neue Vereinfachung geschaffen hat, die mehr über die eigene Wahrnehmung aussagt als über die Realität.

Denn wenn man die Entwicklungen der letzten Jahre nüchtern betrachtet, dann zeigt sich kein monolithischer Machtblock, sondern ein Geflecht aus konkurrierenden Interessen, in dem Politiker, Unternehmer, Investoren und Institutionen gleichermaßen agieren, manchmal im Einklang, manchmal im Widerspruch, aber selten in jener klaren Ordnung, die man sich wünschen würde; und wenn ein politischer Akteur wie Donald Trump gleichzeitig als Gegner und als Teil dieses Geflechts wahrgenommen wird, dann ist das kein Zufall, sondern Ausdruck einer Realität, in der sich Macht nicht mehr eindeutig zuordnen lässt, weil sie sich über verschiedene Ebenen verteilt und ständig neu konfiguriert.

Es ist daher fast folgerichtig, dass wirtschaftliche Aktivitäten nach der politischen Karriere nicht nur fortgesetzt, sondern intensiviert werden, etwa wenn aus politischer Bekanntheit neue Einnahmequellen entstehen, sei es durch digitale Produkte, Medienplattformen oder Investitionen, die ohne diese Bekanntheit kaum möglich gewesen wären; und wenn dabei Summen im Milliardenbereich im Raum stehen, wie sie in verschiedenen Analysen für den Trump-Clan seit 2017 genannt werden (8), dann zeigt sich darin weniger eine geheime Verschwörung als vielmehr die Konsequenz eines Systems, das Aufmerksamkeit in wirtschaftlichen Wert übersetzt, unabhängig davon, wer diese Aufmerksamkeit erzeugt.

Gleichzeitig bleibt die Frage nach den umstrittenen Verbindungen bestehen, etwa im Fall von Jared Kushners Investmentfonds und den zwei Milliarden Dollar aus Saudi-Arabien, die trotz interner Bedenken des zuständigen Gremiums genehmigt wurden (9), oder bei den Buchungen ausländischer Delegationen in Trump-Hotels während der Präsidentschaft, die als mögliche Einflussnahme diskutiert wurden (10), doch selbst diese Beispiele lassen sich nicht eindeutig in das Schema eines allmächtigen „tiefen Staates“ einordnen, weil sie eher auf eine strukturelle Durchlässigkeit zwischen Politik und Wirtschaft hinweisen, die in modernen Demokratien längst zur Normalität geworden ist.

Und genau hier liegt der Punkt, an dem die Debatte ihre Schärfe verliert und zugleich an Bedeutung gewinnt, weil es nicht mehr darum geht, einzelne Akteure zu verurteilen oder zu verteidigen, sondern die Mechanismen zu verstehen, die solche Entwicklungen ermöglichen; denn wenn politische Macht automatisch ökonomische Chancen erzeugt, dann wird jede Person, die diese Macht innehat, früher oder später in einen Interessenkonflikt geraten, unabhängig davon, ob sie dies bewusst anstrebt oder lediglich die Möglichkeiten nutzt, die sich ihr bieten.

Vielleicht ist es gerade diese Erkenntnis, die so schwer zu akzeptieren ist, weil sie den Blick von der Person auf die Struktur lenkt, und damit die einfache Einteilung in Gut und Böse unmöglich macht; denn wenn das System selbst darauf angelegt ist, Macht in Geld zu verwandeln, dann ist die Frage, ob jemand Teil des „tiefen Staates“ ist, letztlich zweitrangig, weil entscheidend ist, dass er sich innerhalb eines Gefüges bewegt, das genau diese Transformation begünstigt.

So betrachtet erscheint die Debatte um den „tiefen Staat“ fast wie ein Spiegel, in dem sich weniger die tatsächlichen Machtverhältnisse zeigen als vielmehr die Bedürfnisse derjenigen, die ihn verwenden, sei es aus Misstrauen, aus politischer Überzeugung oder aus dem Wunsch nach einer einfachen Erklärung; und während man sich an diesem Begriff abarbeitet, bleibt die eigentliche Dynamik oft unbeachtet, nämlich die stille, kontinuierliche Verschmelzung von politischer und wirtschaftlicher Macht, die sich nicht in großen Verschwörungen äußert, sondern in vielen kleinen, nachvollziehbaren Entscheidungen, die in ihrer Summe jedoch eine Wirkung entfalten, die weit über das hinausgeht, was einzelne Akteure kontrollieren können.

Am Ende bleibt daher weniger ein Urteil als eine Beobachtung, die sich nicht auflösen lässt, sondern stehen bleibt wie ein leiser Gedanke im Hintergrund: Vielleicht ist die größte Macht unserer Zeit nicht diejenige, die verborgen im Schatten agiert, sondern diejenige, die offen vor aller Augen wirkt, weil sie sich so selbstverständlich in den Alltag integriert hat, dass wir sie kaum noch als Macht wahrnehmen, sondern lediglich als Teil der Wirklichkeit, mit der wir leben.

Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem man beginnen sollte, genauer hinzusehen, nicht um Schuldige zu finden, sondern um zu verstehen, wie dieses Gefüge funktioniert, in dem wir uns alle bewegen, ob wir wollen oder nicht, weil es uns betrifft, auch dann, wenn wir glauben, nur Zuschauer zu sein.

 

Es ist bequem, die Welt in einfache Geschichten zu teilen, in Helden und Gegner, in ein verborgenes System und seine mutigen Herausforderer, doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis, weil sie den Blick auf jene Strukturen verstellt, die tatsächlich wirken, leise, beständig und oft ohne große Aufmerksamkeit; und vielleicht ist es gerade diese Bequemlichkeit, die verhindert, dass wir erkennen, wie sehr Macht heute nicht mehr an einzelne Orte gebunden ist, sondern sich durch Netzwerke bewegt, durch Kapital, durch Aufmerksamkeit, durch Entscheidungen, die einzeln betrachtet harmlos erscheinen, in ihrer Summe jedoch eine Dynamik erzeugen, die sich unserer Kontrolle entzieht.

Wer also verstehen will, wie unsere Welt funktioniert, sollte sich weniger fragen, wer Teil eines „tiefen Staates“ ist, sondern vielmehr, welche Mechanismen dazu führen, dass Macht sich immer wieder neu organisiert, unabhängig von Personen, Parteien oder Ideologien; denn nur wenn wir diese Mechanismen erkennen, besteht die Möglichkeit, sie zu hinterfragen und vielleicht eines Tages zu verändern, während wir sonst in einer Debatte gefangen bleiben, die mehr mit unseren Vorstellungen zu tun hat als mit der Realität, die uns umgibt.

Bitte werden oder bleiben Sie gesund, denn das ist das höchste Gut was wir haben.

Herzlichst
Ihr Alfred-Walter von Staufen


Abbildung:

  • Alfred-Walter von Staufen

Quellen:

(1)          https://en.wikipedia.org/wiki/Wealth_of_Donald_Trump
(2)          https://www.forbes.com/sites/danalexander/2021/07/19/trumps-business-hauled-in-24-billion-during-four-years-he-served-as-president/
(3)          https://en.wikipedia.org/wiki/Wealth_of_Donald_Trump
(4)          https://www.newyorker.com/magazine/2025/08/18/the-number
(5)          https://www.nytimes.com/2022/04/10/us/jared-kushner-saudi-investment-fund.html
(6)          https://finance.yahoo.com/news/trump-family-raked-astonishing-3-223914999.html
(7)          https://www.nytimes.com/2017/02/28/business/media/obama-book-deal.html
(8)          https://www.msnbc.com/rachel-maddow-show/maddowblog/trump-family-profit-white-house-billions-rcna225627
(9)          https://www.nytimes.com/2022/04/10/us/jared-kushner-saudi-investment-fund.html
(10)       https://www.washingtonpost.com/politics/trump-hotel-foreign-payments/2021/01/22/

Autor

  • Porträt von Alfred-Walter von Staufen, Autor und Essayist bei Freunde der Erkenntnis

    Alfred-Walter von Staufen, geboren 1969 in der DDR, begann als Wasserwerker und Industriemeister – in einer Welt, in der Systeme funktionieren müssen, nicht diskutiert werden. Nach Jahren in Industrie und Maschinenprogrammierung verlagerte eine schwere Erkrankung seine Arbeit ins Digitale und schließlich ins Analytische.

    Seit 2003 erforscht er politische Narrative, Machtstrukturen und Verwaltungsrealitäten. Seine Essays verbinden handwerklichen Systemblick mit publizistischer Präzision – stets mit der Frage, wie Denken gelenkt wird und wo Systeme sich selbst im Weg stehen.

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