Geschichte & Erinnerung
Geschichte ist nicht nur Vergangenheit. Sie ist das Archiv unserer Deutungen – und damit Gegenwart. In dieser Rubrik geht es um Erinnerungsräume, Brüche, Mythen, nationale Erzählungen und das, was politisch aus Vergangenheit gemacht wird.
Wir fragen nicht nur: „Was ist passiert?“, sondern: Wie wird es erzählt – und wozu? Denn Erinnerung ist selten neutral. Sie wird gepflegt, verkürzt, moralisiert, instrumentalisiert. Man kann aus Geschichte lernen – oder sie als Waffe benutzen.
Worauf wir achten
- Erzählmuster: Helden, Opfer, Schuld – und wer welche Rolle bekommt.
- Auslassungen: Was fehlt – und warum fehlt es.
- Kontinuitäten: Institutionen, Denkstile, Interessen über Generationen.
- Erinnerungspolitik: Wenn Gedenken zur aktuellen Machtressource wird.
Erinnerung ist dabei nicht nur politisch, sondern auch persönlich. Familiengeschichten, Herkunft, Prägungen: Das Private ist oft das erste Archiv. Und das öffentliche Gedächtnis ist nicht selten eine vergrößerte Version genau dieser Mechanik: Man erinnert, um zu erklären – oder um zu entschuldigen.
Geschichte & Erinnerung ist für Leser, die wissen: Wer die Vergangenheit auf Parolen reduziert, macht die Zukunft blind. Wir bevorzugen Differenzierung statt Schablone – und die geduldige Arbeit an Quellen, Kontext und Perspektive.

















