Freunde der Erkenntnis ist eine publizistische Denkplattform. Unsere Texte entstehen nicht aus spontaner Meinung, sondern aus Recherche, Einordnung und methodischer Reflexion. Hier legen wir offen, wie wir arbeiten.
1. Unser Grundverständnis von Erkenntnis
Erkenntnis ist für uns kein Besitzstand, sondern ein Prozess. Wir verstehen Publizistik als kontinuierliche Prüfung von Argumenten, Quellen und Deutungen. Unsere Beiträge sollen nicht bloß informieren, sondern Zusammenhänge erklären und Debatten strukturieren.
Dabei unterscheiden wir bewusst zwischen belegbaren Tatsachen, plausiblen Hypothesen und interpretativen Deutungen. Diese Ebenen werden – soweit möglich – im Text kenntlich gemacht.
2. Arten von Quellen
Unsere Arbeit stützt sich – je nach Thema – auf unterschiedliche Quellenarten. Dazu zählen insbesondere:
- amtliche Dokumente (z. B. Parlamentsdrucksachen, Gesetzestexte, Regierungsberichte),
- Gerichtsentscheidungen und juristische Veröffentlichungen,
- wissenschaftliche Studien und Fachliteratur,
- statistische Daten (z. B. von Destatis, Eurostat oder vergleichbaren Institutionen),
- Primärquellen wie Reden, Interviews oder Originaldokumente,
- Medienberichte unterschiedlicher politischer Ausrichtungen.
Wir bevorzugen, soweit verfügbar, Primärquellen gegenüber reinen Sekundärzitaten.
3. Quellenkritik
Quellen sind nicht automatisch objektiv. Deshalb prüfen wir:
- Wer ist Urheber der Quelle?
- Welcher institutionelle oder politische Kontext liegt vor?
- Welche Interessen könnten eine Rolle spielen?
- Gibt es konkurrierende oder widersprechende Quellen?
Wo Quellenlage umstritten ist, weisen wir auf bestehende Kontroversen hin. Wo Unsicherheiten bestehen, werden diese benannt.
4. Trennung von Fakt und Wertung
Ein zentrales methodisches Prinzip ist die klare Unterscheidung zwischen:
- Tatsachenbehauptungen – Aussagen, die überprüfbar und belegbar sind,
- Interpretationen – Einordnungen, die auf Fakten beruhen, aber Deutung enthalten,
- Meinungsäußerungen – normative Bewertungen oder politische Einschätzungen,
- Satirischen Elementen – bewusst zugespitzten Stilmitteln.
Unsere Texte sind entsprechend zu lesen und – sofern gekennzeichnet – einzuordnen.
5. Umgang mit sensiblen Themen
Bei politisch, historisch oder gesellschaftlich sensiblen Themen gelten erhöhte Maßstäbe der Sorgfalt. Wir bemühen uns:
- unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen,
- keine pauschalen Zuschreibungen vorzunehmen,
- keine unbelegten Tatsachenbehauptungen zu veröffentlichen,
- die Unschuldsvermutung zu wahren.
Hypothesen werden als solche gekennzeichnet und nicht als gesicherte Tatsachen dargestellt.
6. Aktualität und Dynamik von Informationen
Wissen verändert sich. Neue Studien, politische Entwicklungen oder juristische Entscheidungen können bestehende Bewertungen beeinflussen. Wir erheben keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit oder endgültige Deutungshoheit.
Wo sachliche Fehler festgestellt werden, korrigieren wir diese transparent.
7. Transparenz bei Eigenbezug
Sollten Beiträge Themen berühren, bei denen ein wirtschaftlicher oder publizistischer Eigenbezug (z. B. eigene Buchprojekte) besteht, wird dies kenntlich gemacht. Leserinnen und Leser sollen Kontexte nachvollziehen können.
8. Kein Anspruch auf Vollständigkeit
Ein einzelner Beitrag kann nicht sämtliche Aspekte eines komplexen Themas abbilden. Wir verstehen unsere Texte als Beiträge zur Debatte, nicht als abschließende Urteile.
9. Diskursive Offenheit
Wir halten Widerspruch für produktiv. Kritik, Ergänzungen oder sachliche Hinweise sind willkommen. Erkenntnis entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch argumentativen Austausch.
10. Kontakt
Hinweise auf sachliche Unrichtigkeiten oder Ergänzungen richten Sie bitte an:
- redaktion@freunde-der-erkenntnis.net
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Erkenntnis entsteht durch Prüfung – und Prüfung beginnt mit der Quelle.
